Zentralisierung vs. Dezentralisierung - Elexer

Was ist Zentralisierung?

Zentralisierung beschreibt das Phänomen, bei dem alle Abläufe in einem Unternehmen oder Geldsystem über einen zentralen Mittelpunkt geleitet werden. Auch das Geldsystem in Europa unterliegt dem Prozess der Zentralisierung. Dabei haben zentrale Institutionen, wie die Europäische Zentralbank, Entscheidungsgewalt über eine Währung. Bei Fiat-Geld ist die Zentralbank für ein funktionierendes Geldsystem verantwortlich und legt somit den Wert dieser Währung fest. Die Entwicklung der Zentralisierung wurde durch die Digitalisierung des Geldes vorangetrieben.

 

Einfluss der Zentralisierung

Zentrale Institutionen beeinflussen durch ihre Entscheidungsgewalt den Endkonsumenten im Bereich der Kontoeröffnung. Sie legen nicht nur fest, wie Transferlimits gehandhabt werden, sondern entscheiden auch darüber, wie hoch oder niedrig die Salden sind und wann der Kunde auf sein Geld zugreifen darf. Ebenfalls entscheiden Sie, wer auf die Geldsysteme Zugriff hat und über wie viel Geld ihre Kunden auf dem Konto überhaupt verfügen können. Deutlich wird dies, wenn beispielsweise Kontostände verringert oder eingefroren werden.

Dazu entscheiden zentrale Institutionen darüber, wie groß die tatsächliche Geldmenge ist, die im Umlauf ist und mit der Milliarden von Menschen am Tag handeln und wirtschaften. Beeinflusst wird diese festgelegte Geldmenge durch Inflation oder die von Banken auferlegten Zinssätze.

Aus der Zentralisierung ergeben sich auch Vorteile. Diese ermöglicht ein rapides Handeln, da Befehle schnell und weitgehend ohne Rückfrage ausgeführt werden können. Zudem werden durch die zentrale Institutionen Preis- und Geldwertstabil der Währungen stabil gehalten. Durch ihre Entscheidungen wird Geld erzeugt und vernichtet.

Weitere Vorteile der Digitalisierung des Geldes innerhalb zentraler Systeme sind einerseits die wesentlich geringeren Transport- und Lagerkosten im Vergleich zu bei physischen Gütern, andererseits ist es besser in kleinere Summen stückelbar, es ist schneller transferierbar und es ist wesentlich einfacher, dem System weitere Akzeptanzstellen hinzuzufügen.

Ein großer Nachteil zentraler Systeme besteht jedoch darin, dass die besagten Zentralen leicht angreifbar sind. Falls solch ein Angriff zustande kommt, werden Befehlsketten unterbrochen und das System kommt zum Stillstand. An diesem Problem setzt das System der Dezentralisierung an.

 

Dezentralisierung

Bitcoin stellt eine dezentrale Währung dar, weswegen diese für jede Person 24 Stunden, 7 Tage die Woche zugänglich und jederzeit abrufbar und handelbar ist. Dezentrale Währungen werden über klare Regeln aufgrund der Blockchain-Technologie gesichert, welche für jeden Menschen einsehbar ist. Es existieren keine zentralen Instanzen, die die Datenbanken der Konten kontrollieren und durch den Druck von immer mehr Geld eine Inflation auslösen.

Sogenannte „deflationäre Währungen“ können nicht von zentralen Instanzen wie Zentralbanken unendlich vervielfacht werden. Durch nicht korrektes Sichern der Private Keys verlieren viele Menschen mit der Zeit den Zugang zu ihren Coins, weswegen die Menge der Coins abnehmen wird. In Kontrast zu einem zentralen System müssen die Verwender lediglich dem System – wie zum Beispiel der Blockchain – und keiner zentralen Institution – wie einer Zentralbank – vertrauen. Dies macht dezentrale Systeme wiederum vertrauenswürdig, da keine Institution die Hand über die jeweilige Währung hat und somit dessen Wert bestimmen kann. Der Wert setzt sich nun über die Kaufkraft der Benutzer zusammen.

 

Public Adress, Public Key und Private Key

Duch Account Management durch Kryptographie wird eine Adressdopplung ohne eine zentrale Instanz vermieden. Während im Bankwesen eine Kontonummer nur einem einzigen Kunden zugeordnet werden kann, wird dies bei Kryptowährungen über Private Keys – zu Deutsch: geheimes Passwort – und Public Adresses – zu Deutsch: öffentliche Adressen – geregelt. Eine Public Adress ist mit einer Kontonummer vergleichbar, während ein Private Key die gleiche Funktion wie ein Pin-Code bei einem Bankkonto besitzt. Eine Public Adress besteht aus 34 verschiedenen Zahlen und Buchstaben und beginnt bei Bitcoin stets mit der Ziffer 1 oder 3.

 

Mathematisch sind diese einzelnen Aspekte miteinander verwandt. Der Private Key steht in einer Beziehung zu der Adresse der eigenen Wallet. Es existiert neben dem Private auch noch der Public Key, von welchem oft angenommen wird, funktionsgemäß mit der Adresse übereinzustimmen, wobei dies inkorrekt ist. Der Public Key erfüllt die Funktion, den Besitz der Public Adress nachzuweisen, wodurch man Transaktionen empfangen kann. Die Bitcoin-Wallet-Adresse ist von dem Public Key gehashed – zu Deutsch: zerhackt – die Adresse ist mit 160 Bits im Vergleich zum Public Key mit 256 Bits wesentlich kürzer.

Aus dem Public Key, der vom Private Key abstammt, lässt sich also eine Public Adress berechnen. Dieser Rechenprozess ist zwar sehr komplex, jedoch durchaus möglich. Andersherum, also eine Public Adress-to-Private Key-Berechnung ist jedoch unmöglich durchzuführen und wurde seit der Erfindung des Bitcoin im Jahre 2009 noch nicht erreicht; ebenso unwahrscheinlich ist eine Doppelvergabe eines Private Key.

Eine solche Berechnung, also die einer Public Adress zu einem Private Key ist aus dem Grund unmöglich, da es im Falle von Bitcoin 2256 Möglichkeiten für einen Public Key gibt. Ein Private Key besteht nicht ausschließlich aus Ziffern, sondern aus 64 verschiedenen Zahlen und Buchstaben. Wichtig ist, dass man den Private Key als wertvolles Gut behandelt, da er in Zukunft möglicherweise sehr wertvoll sein könnte. Wie in Medienberichten zu erkennen, gab es bereits zahlreiche Fälle, in denen Menschen ihre Private Keys nicht ordnungsgemäß abgesichert haben und dadurch Millionen Euro in Form von Bitcoin verloren haben.

 

Lediglich nicht ordnungsgemäß gespeicherte oder gesicherte Private Keys wurden von Hackern gefunden. Hacker kommen dadurch auf anderem Wege als der Berechnung des Private Keys an die Zugangsdaten des Wallets.

 

Fazit

Dezentrale Systeme sind im Gegensatz zu vielen zentralen Systemen kompliziert zu hacken und  sicherer vor Diebstahl, da das Geld nicht im Besitz einer zentralen Partei ist und nicht an unterschiedlichen Orten platziert werden muss. Ein weiterer Vorteil bei diesem System besteht darin, dass keine „Zentrale“, also keine Kontrollinstanz, verantwortlich für den Gelddruck ist und somit jede Person mit jeweiligem Mining-Equipment Kryptowährungen produzieren kann.

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